Abstract
Zusammenfassung Das Klimaschutzpotenzial einer verstärkten thermischen Nutzung des oberflächennahen Untergrundes als saisonaler Speicher bleibt bisher weitestgehend ungenutzt. Als Hindernis wird häufig die Besorgnis vor negativen Veränderungen der Grundwasserchemie angeführt, welche für den Hochtemperatur-Bereich (HT-Bereich) (≤ 90 °C) jedoch größtenteils auf relativ einfachen Laboruntersuchungen beruht. Mit der Zusammenstellung (un)publizierter Labor- und Felddaten für C org -arme, teilentkalkte pleistozäne bzw. jungtertiäre Lockersedimente wird dieser Diskussion hier eine erste empirische Datengrundlage gegeben. Darin zeigen Konzentrationsspannbreiten der gelösten Hauptkomponenten bei natürlichen (10 °C) und erhöhten (25, 40, 70 °C) Temperaturen, außer bei K, Si und OC, jeweils eine größere natürliche Variabilität als temperaturinduzierte Änderungen. Wie auf Basis begleitender Batchversuche erwartbar, überschritten Si gel. und DOC in einem zyklischen HT-Aquifer-Wärmespeicher-Feldversuch (≤ 80 °C) die Konzentrationsspannbreiten des Baseline-Monitorings. Die hydrochemisch modifizierte Abstromfahne blieb jedoch während des gesamten (Post)Betriebs-Monitorings auf < 30 m Entfernung zum ‚warmen‘ Brunnen begrenzt. Mit Blick auf die Grundwasserqualität muss diese empirische Datengrundlage zukünftig auf Spurenkomponenten und weitere Aquifertypen wie bspw. C org -reichere Sedimente erweitert werden.