Abstract
Zusammenfassung Grundwasserressourcen in alpinen Karstsystemen werden von vielen Städten und Gemeinden für die Trinkwasserversorgung genutzt und speisen vielfältige grundwasserabhängige Ökosysteme. Diese Studie quantifiziert erstmals die Verbreitung von Carbonatgesteinen und Karstwasserressourcen im Alpenraum. Rund 76.200 km 2 (40 %) der Alpen bestehen aus anstehenden Carbonatgesteinen. Die österreichischen Alpen zeigen die größte Carbonatgesteinsfläche (21.200 km 2 ), während die französischen Alpen den höchsten Anteil aufweisen (51 %). Da die höchsten Gebirgsgruppen meist aus kristallinen Gesteinen bestehen, liegt nur ein relativ geringer Teil der Alpengletscher (10,7 %) in Karstgebieten. In den Alpen befinden sich einige der tiefsten und längsten Höhlen sowie eine der größten Karstwasserversorgungen (Wien) der Welt. Durch eine Kombination von Klimadaten und Karstkarte konnten die Grundwasserneubildung und nachhaltig verfügbaren Grundwasserressourcen abgeschätzt werden: Die langjährige (1991–2020) mittlere jährliche Neubildung in alpinen Karstgebieten beträgt rund 823 mm; dies entspricht erneuerbaren alpinen Karstwasserressourcen von etwa 57.500 Mio. Kubikmetern pro Jahr. Diese Daten bilden die Grundlage für eine verbesserte Bewirtschaftung der alpinen Karstwasserressourcen.