Abstract
Zusammenfassung Es besteht nach wie vor der Bedarf der Minderung von Stickstoffeinträgen in Oberflächen- und Grundwässer. Diese Studie befasst sich mit den Ammonium- und Nitratausträgen aus Grünlandflächen in die angeschlossenen Entwässerungsgräben der nordwestdeutschen Küstenregion. Dazu werden die Böden der charakteristischen Landschaftsräume der Geest, Moore und Marschen auf die Gehalte und die Grüppen‑, Drainage- und Grabenwässer auf die Konzentration an Ammonium und Nitrat untersucht. Die Moore werden dabei unterteilt in Hoch- und Niedermoore sowie organo-mineralische Übergangsstandorte. Hohe Ammoniumgehalte sind vor allem in Moorböden und organo-mineralischen Böden mit Gehalten zwischen 22,2 und 25,9 kg NH 4 + -N ha −1 in 0–30 cm u. GOK anzutreffen. Niedrigere Gehalte liegen in den mineralisch geprägten Böden der Geest und Marsch vor. Über Grüppen wird Ammonium im Mittel mit 4,7 mg NH 4 + -N l −1 vor allem aus der Geest und über Drainagen vor allem aus Nieder- und Hochmooren mit 3,9 und 2,3 mg NH 4 + -N l −1 ausgetragen. Die Niedermoore erreichen mit 3,5 mg NH 4 + -N l −1 die höchsten Ammoniumkonzentrationen in den Gräben. Die Nitratgehalte in den Böden sind über alle Landschaftsräume hinweg ähnlich. Die höchsten Gehalte liegen an Niedermoor- und organikreichen Übergangsstandorten mit Werten von 21,4 und 20,3 kg NO 3 − -N ha −1 vor. Nitrat wird über Grüppen mit 4,4 mg NO 3 − -N l −1 und über die Drainagen mit 4,6 mg NO 3 − -N l −1 insbesondere aus Böden der Geest ausgetragen. Dies spiegelt sich auch in den Gräben der Geest mit den höchsten mittleren Nitratkonzentrationen von 3,3 mg NO 3 − -N l −1 wider. Als bedeutender Einflussfaktor auf die Austräge von Ammonium und Nitrat wurde die organische Bodensubstanz identifiziert. Jedoch nehmen auch die Höhe und der Zeitpunkt der N‑Düngung maßgeblich Einfluss.