Abstract
Zusammenfassung Einleitung Im Sinne demokratischer Partizipation ist die Beteiligung von Schüler:innen an Bildungsprozessen gleichsam Bildungsziel und Querschnittsaufgabe schulischen Unterrichts und betrifft daher auch den Sportunterricht. Bislang liegt für das Unterrichtsfach Sport jedoch kein fachspezifisches Erhebungsinstrument vor, das sensibel für unterschiedliche Arten von Beteiligung ist. Methoden Auf Basis definierter Facetten demokratischer Partizipation in der Schule (Mitbestimmung und Entscheidung, Mitsprache und Aushandlung sowie Mitgestaltung und Engagement) und spezifizierter Rahmenbedingungen des Sportunterrichts (Planung und Auswertung, Beginn, Aufwärmen, Auf‑/Abbau, Spiel- oder Übungsform, Abschluss sowie Beurteilung) wurde in einem Matrixdesign ein Fragebogen konzipiert und an zwei Stichproben von insgesamt 544 Schüler:innen von Lerngruppen der Sekundarstufe aus zehn unterschiedlichen Schulen im österreichischen Bundesland Steiermark erprobt. Ergebnisse Aus dem Erprobungsprozess ging eine Skala mit 15 Items hervor (Cronbachs Alpha > 0,90). Faktorenanalytische Berechnungen deuten auf zwei Faktoren, die zum einen auf die aktive Beteiligung im Geschehen und zum anderen auf die reflexive Beschäftigung mit diesem Geschehen hinweisen. Reliabilitäts- und Validitätsanalysen mit Konstrukten aus der Selbstbestimmungstheorie der Motivation verdeutlichen, dass der Fragebogen als ein geeignetes Erhebungsinstrument zum Einsatz im Sportunterricht für Schüler:innen ab zwölf Jahren verwendet werden kann. Diskussion Neben dem Aufzeigen von Beteiligungsmöglichkeiten kann der Fragebogen vor allem auch als pädagogisches Instrument dienen, um Beteiligungsmöglichkeiten gemeinsam mit Schüler:innen zu besprechen und zu entwickeln.